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Wallbox mit 11 kW oder 22 kW: die richtige Ladeleistung für zu Hause

Mehr Kilowatt klingen nach weniger Wartezeit. Zu Hause stimmt das selten: Über Nacht ist der Akku ohnehin voll, und die Grenze setzt meist nicht die Ladestation, sondern das Auto. Diese Seite rechnet die Ladeleistung in Stunden um.

✍️ Redaktion Ladestationen Ratgeber ⏱ Lesezeit: 6 Min
Weiße Wallbox in einer Garage mit aufgewickeltem Typ-2-Ladekabel, das an einem parkenden Elektroauto steckt

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • 11 kW ist zu Hause die übliche und für fast alle Haushalte ausreichende Ladeleistung.
  • 22 kW setzen einen entsprechend abgesicherten Anschluss voraus — und ein Auto, das sie annimmt.
  • Die Grenze setzt der Bordlader im Fahrzeug, nicht die Ladestation.
  • Rechengröße für 11 kW: rund 10 kWh landen pro Stunde im Akku, nach Ladeverlusten.
  • 3,7 kW reichen, wenn Sie täglich kurze Strecken fahren und über Nacht laden.

11 kW oder 22 kW: was zu Hause davon ankommt

Zwischen 11 und 22 kW liegt rechnerisch die Hälfte der Ladezeit — praktisch liegt dazwischen fast nichts, weil beide Ladeleistungen dieselbe Nacht füllen. Wer abends um sieben ansteckt und morgens um sieben losfährt, hat zwölf Stunden Zeit. In dieser Zeit lädt ein üblicher Akku mit 11 kW gut zweimal voll.

Dazu kommen zwei harte Bedingungen. Erstens der Anschluss: 22 kW brauchen eine entsprechend dimensionierte Leitung und Absicherung; ob Ihr Hausanschluss das hergibt, rechnet der Elektrobetrieb, und ob der Netzbetreiber es zulässt, ist eine eigene Frage — siehe Wallbox anmelden. Zweitens das Auto: Viele Elektroautos laden über ihren Bordlader gar nicht schneller als dreiphasig mit 11 kW. Die Wallbox darf dann liefern, was sie will.

Für wen 22 kW dennoch sinnvoll sind: Wer täglich weite Strecken fährt und den Wagen zwischendurch in kurzer Zeit nachladen muss, und wer mehrere Fahrzeuge an einem Ladepunkt betreibt. In unserem Vergleich stehen dafür drei Geräte mit bis zu 22 kW.

Einphasig oder dreiphasig?

Der Hausanschluss liefert Wechselstrom über drei Phasen. Wie viele davon ein Gerät nutzt, entscheidet über die Ladeleistung:

  • Einphasig mit 16 A: rund 3,7 kW. Das ist die Ebene der Schuko-Ladekabel.
  • Einphasig mit 32 A: rund 7,4 kW. Selten, aber möglich — eine fest montierte Wallbox im Vergleich lädt so; sie braucht dafür einen einphasigen Stromkreis mit 32 A.
  • Dreiphasig mit 16 A: rund 11 kW. Das ist die Ebene der üblichen Wallboxen und der mobilen Geräte mit CEE-16-A-Stecker.
  • Dreiphasig mit 32 A: rund 22 kW. Dafür braucht es eine CEE-32-A-Dose oder einen entsprechend ausgelegten Festanschluss.

Entscheidend ist wieder das Fahrzeug: Nimmt es nur eine Phase an, bleibt es bei 3,7 kW, auch an einer dreiphasigen Ladestation. Sehen Sie vor dem Kauf im Datenblatt Ihres Autos nach, wie viele Phasen der Bordlader nutzt — diese eine Zahl entscheidet, welche Ladeleistung Sie überhaupt kaufen sollten.

Wie lange lädt ein Elektroauto an der Wallbox?

Ein Teil der Energie geht als Wärme verloren, im Gerät und im Auto. Rechnen Sie deshalb nicht mit der Nennleistung, sondern mit etwa 90 Prozent davon. Bei 11 kW sind das rund 10 kWh, die pro Stunde im Akku ankommen.

Die Tabelle zeigt, wie lange ein Ladevorgang von 20 auf 80 Prozent bei einem 60-kWh-Akku dauert — das sind 36 kWh. Beides sind Annahmen: Ihr Akku ist größer oder kleiner, und die Verluste hängen an Temperatur und Fahrzeug. Die Größenordnung stimmt trotzdem.

LadeleistungAnschlussIm Akku pro Stunde36 kWh nachladen
2,3 kWSchuko, gedrosselt auf 10 Arund 2 kWhrund 18 Stunden
3,7 kWSchuko, einphasig 16 Arund 3,3 kWhrund 11 Stunden
7,4 kWWallbox, einphasig 32 Arund 6,7 kWhgut 5 Stunden
11 kWCEE 16 A oder Wallbox, dreiphasigrund 10 kWhgut 3,5 Stunden
22 kWCEE 32 A oder Wallbox, dreiphasigrund 20 kWhknapp 2 Stunden

Die Zeile mit 3,7 kW ist die interessante: Elf Stunden klingen lang, passen aber in jede Nacht. Wer täglich 40 bis 60 km fährt, lädt ohnehin nie von 20 auf 80 Prozent, sondern deutlich weniger — dafür genügen zwei bis drei Stunden.

Reichen 3,7 kW zum Laden?

Für viele ja. Rechnen Sie mit Ihrem eigenen Bedarf statt mit der Akkugröße: Ein Elektroauto verbraucht grob 15 bis 20 kWh je 100 km. Wer 50 km am Tag fährt, muss rund 10 kWh nachladen — das erledigt ein Schuko-Ladekabel in drei Stunden.

Grenzen hat die kleine Ladeleistung an drei Stellen: bei langen Tagesstrecken, bei einem sehr großen Akku, der einmal ganz gefüllt werden soll, und im Winter, wenn ein Teil der Energie ins Vorheizen geht. Und: Eine Schuko-Steckdose ist nicht für stundenlange Volllast gebaut. Lassen Sie Dose und Stromkreis von einem Elektrobetrieb ansehen, wenn Sie dort regelmäßig laden wollen — Näheres unter Sicherheit und Absicherung.

Lastmanagement und § 14a EnWG: wenn der Hausanschluss nicht alles hergibt

Ladeleistung ist kein Wunsch, sondern eine Frage der Reserve im Verteiler. Zwei Begriffe begegnen Ihnen dabei:

Lastmanagement heißt, dass die Ladestation ihre Leistung zurücknimmt, wenn im Haus gerade viel anderes läuft — oder dass sich mehrere Ladepunkte die verfügbare Leistung teilen. Mehrere Geräte in unserem Vergleich beherrschen das; für Haushalte mit Wärmepumpe, Durchlauferhitzer oder zwei Elektroautos ist es die Funktion, auf die es ankommt.

§ 14a EnWG regelt, dass der Netzbetreiber steuerbare Verbrauchseinrichtungen — dazu zählen Wallboxen — bei einem Netzengpass vorübergehend in der Leistung reduzieren darf; im Gegenzug gibt es ein reduziertes Netzentgelt. Praktisch braucht die Ladestation dafür eine Schnittstelle, über die sie sich ansteuern lässt. Mehrere Geräte im Vergleich weisen das ausdrücklich aus. Ob und wie Sie teilnehmen, klären Sie mit Netzbetreiber und Elektrobetrieb.

Zwei Geräte, zwei Enden der Skala

Beide stammen aus unserem Vergleich und sind in ihrer Bauart jeweils am besten bewertet — oben die fest montierte Wallbox mit der höchsten Ladeleistung im Feld, unten das Ladekabel für die Haushaltssteckdose.

Produktfoto: TESLA · Wallbox, fest montiert · Carport oder Stellplatz Empfehlung
WALLBOX, FEST MONTIERT

Tesla Wall Connector, Universal-Ladegerät, Typ 2, bis zu 22 kW, einphasig und dreiphasig, 7,3 m Kabel, Indoor/Outdoor

BEWERTUNG 1,5

Fest montierte Wallbox mit Tesla-App und WLAN in der höchsten Ladeleistungsklasse — mit der breitesten Rezensionsbasis unter den fest montierten Wallboxen.

Produktfoto: dé · Mobiles Ladegerät (Schuko) · Unterwegs
MOBILES LADEGERÄT (SCHUKO)

dé Typ 2 Ladekabel Schuko mit APP 3,7kW 7m, 6-16A einstellbar, LCD, IP66, RCD Typ A 30mA AC + 6mA DC

BEWERTUNG 2,1

Günstigstes Gerät im Vergleich: Typ-2-Ladekabel mit Schuko-Stecker, App-Steuerung und einstellbarer Ladeleistung bis 3,7 kW — für alle ohne CEE-Dose.

Fazit

Für zu Hause ist 11 kW die Antwort, die in fast jedem Fall passt: Sie füllt jede Nacht, verlangt dem Hausanschluss nichts Ungewöhnliches ab und wird von den meisten Elektroautos vollständig genutzt. 22 kW lohnen sich nur mit passendem Anschluss und passendem Fahrzeug. Und 3,7 kW über die Schuko-Steckdose sind keine schlechtere Lösung, sondern eine kleinere — für kurze Tagesstrecken und Plug-in-Hybride oft die richtige.

Welche Bauart dazu passt, klärt der Ratgeber Wallbox oder mobiles Ladegerät. Alle Geräte mit Ladeleistung, Kabellänge und Bewertung stehen im Wallbox-Vergleich.