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Sicherheit

Fehlerstromschutz, Absicherung, Schutzart: was eine Wallbox sicher macht

Eine Ladestation zieht über Stunden ihre volle Leistung. Das ist der Unterschied zu allem anderen im Haushalt — und der Grund, warum es hier auf drei Dinge ankommt: Fehlerstromschutz, eigener Stromkreis und ein Gehäuse, das zum Einsatzort passt. Eine Anleitung zum Anschließen finden Sie hier nicht, dafür die Fragen, die Sie Ihrem Elektrobetrieb stellen.

✍️ Redaktion Ladestationen Ratgeber ⏱ Lesezeit: 6 Min
Geöffneter Sicherungskasten mit Leitungsschutzschalter und Fehlerstromschutzschalter neben einer Wallbox

📌 Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Laden können glatte Gleichfehlerströme entstehen. Dagegen schützt ein Fehlerstromschutzschalter (RCD) Typ A allein nicht — es braucht zusätzlich die DC-Fehlerstromerkennung 6 mA.
  • Viele Ladestationen bringen beides mit. Ob im Verteiler noch etwas dazugehört, entscheidet der Elektrobetrieb anhand des Datenblatts.
  • Eine Wallbox bekommt einen eigenen Stromkreis mit eigener Absicherung.
  • Im Freien gehört eine ausgewiesene Schutzart ins Datenblatt: IP65 oder IP66. IP54 gehört unter ein Dach.
  • An der Haushaltssteckdose gilt: direkt einstecken, Ladestrom begrenzen, keine Kabeltrommel, keine Verlängerung.

Braucht eine Wallbox einen eigenen Fehlerstromschutzschalter?

Der Fehlerstromschutzschalter (RCD) trennt den Stromkreis, wenn Strom über einen Fehler abfließt, etwa über einen Menschen. Ob Sie für die Ladestation einen zusätzlichen brauchen, hängt davon ab, was im Gerät schon steckt.

Viele Ladestationen bringen den Schutz mit: einen RCD Typ A für Wechselfehlerströme und eine DC-Fehlerstromerkennung 6 mA für die glatten Gleichfehlerströme, die beim Laden auftreten können. Zwei Geräte in unserem Vergleich weisen genau diese Kombination in den Bulletpoints aus, ein weiteres nennt sie dort ebenfalls, widerspricht sich zwischen Bulletpoint und Datenblatt aber selbst beim RCD-Typ, ein weiteres nennt die Auslösewerte ohne RCD-Typ, und drei weitere nennen sie nur im Produkttitel.

Was davon im Verteiler zusätzlich nötig ist, entscheidet der Elektrobetrieb anhand des Datenblatts — pauschal lässt sich das nicht beantworten, und genau deshalb steht die Antwort hier nicht als Zahl. Wichtig ist die Richtung: Fehlt die Angabe im Datenblatt, heißt das nicht zwingend, dass nichts verbaut ist. Es heißt, dass der Hersteller es nicht belegt — und dann muss der Elektrobetrieb nachfragen oder von außen absichern.

Was RCD Typ A mit DC-Fehlerstromerkennung 6 mA bedeutet

Ein RCD vergleicht hin- und rückfließenden Strom. Weicht beides voneinander ab, fließt irgendwo Strom ab, und der Schalter trennt. Ein Typ A erkennt dabei Wechselfehlerströme und pulsierende Gleichfehlerströme.

Beim Laden eines Elektroautos kann zusätzlich ein glatter Gleichfehlerstrom entstehen — die Art Fehler, die ein Typ A nicht sicher erkennt und die ihn im ungünstigen Fall sogar blind machen kann. Dafür ist die DC-Erkennung ab 6 mA zuständig. Stehen beide Angaben im Datenblatt, ist der Schutz im Gerät integriert; die Alternative ist ein teurerer RCD Typ B im Verteiler.

Achten Sie beim Lesen der Angebotsseiten darauf, wo die Angabe steht. Manche Hersteller nennen den Schutz nur im Produkttitel und führen ihn weder in den Bulletpoints noch im Datenblatt — das ist eine schwächere Grundlage als eine Angabe im Datenblatt, und wir gewichten das in unserer Bewertung entsprechend.

Absicherung: eigener Stromkreis, 16 A oder 32 A

Eine Ladestation zieht über Stunden ihre volle Leistung. Das ist etwas anderes als ein Backofen, der zwischendurch abschaltet. Sie bekommt deshalb einen eigenen, ausreichend dimensionierten Stromkreis mit eigener Absicherung im Verteiler — nicht die Steckdosenleitung, an der schon die Waschmaschine hängt.

Welche Leitung und welcher Leitungsschutzschalter dafür nötig sind, rechnet der Elektrobetrieb aus Leitungslänge, Verlegeart und Ladeleistung. Als grobe Zuordnung: 11 kW dreiphasig entsprechen 16 A je Phase, 22 kW entsprechen 32 A. Sinngemäß gilt dasselbe für eine CEE-Dose, an der Sie regelmäßig mit 11 kW laden wollen — auch sie ist dann kein Gelegenheitsanschluss mehr.

Ein zweiter Punkt, der oft übersehen wird: Wenn Wärmepumpe, Durchlauferhitzer und Ladestation gleichzeitig laufen können, ist Lastmanagement kein Komfort, sondern die Voraussetzung dafür, dass der Hausanschluss reicht. Mehr dazu unter 11 kW oder 22 kW.

Elektroauto an der Steckdose laden

An einer gewöhnlichen Schuko-Steckdose darf geladen werden — mit einem dafür gebauten Ladekabel und mit begrenztem Ladestrom. Eine Haushaltsdose ist nicht für stundenlange Volllast ausgelegt; die Schuko-Ladegeräte in unserem Vergleich regeln die Ladeleistung deshalb herunter, stufenlos oder in Stufen.

Vier Regeln, die dabei ohne Ausnahme gelten:

  • Direkt in die fest installierte Dose stecken. Keine Kabeltrommel, keine Verlängerung, keine Mehrfachsteckdose. Eine aufgerollte Trommel wird heiß, und jede zusätzliche Steckverbindung ist eine Stelle mehr, an der Übergangswiderstand entsteht.
  • Dose und Stromkreis vorher ansehen lassen, wenn Sie dort regelmäßig laden. Alte Dosen und lange Zuleitungen sind der häufigste Schwachpunkt.
  • Ladestrom herunterstellen, wenn Sie die Absicherung nicht kennen — an einer fremden Steckdose immer.
  • Zwischendurch anfassen. Wird der Stecker im Betrieb spürbar warm, ist das kein Betriebszustand, sondern ein Grund, den Ladestrom zu senken und die Dose prüfen zu lassen.

Reicht das Kabel nicht bis zum Auto, ist die Lösung eine zusätzliche Dose vom Elektrobetrieb — kein längeres Provisorium.

Wallbox außen montieren: wetterfest mit IP54, IP65 oder IP66?

Wetterfest ist kein Wort mit Bedeutung, die Schutzart nach IP-Klasse schon. Die erste Ziffer steht für den Schutz gegen Staub, die zweite für den Schutz gegen Wasser. Ein „X" heißt, dass für diese Ziffer nicht geprüft wurde.

SchutzartBedeutetGeeignet für
IPX4Spritzwasserschutz, Staubschutz nicht geprüftgeschlossene Garage
IP54staubgeschützt, SpritzwasserschutzGarage, überdachter Stellplatz
IP65staubdicht, Schutz gegen StrahlwasserCarport, Außenwand
IP66staubdicht, Schutz gegen starkes Strahlwasserfrei stehend, ungeschützte Wetterseite

In unserem Vergleich reicht die Spanne von IPX4 bis IP66, und mehrere Angebotsseiten nennen überhaupt keine Schutzart. Für ein Gerät, das dauerhaft im Freien hängt, empfehlen wir IP65 oder IP66. Ohne ausgewiesene IP-Klasse gilt dasselbe wie beim Fehlerstromschutz: Der Hersteller belegt es nicht — auch dann nicht, wenn er das Gerät für den Außenbereich bewirbt.

Zwei praktische Punkte gehören dazu. Der Steckerkopf eines mobilen Geräts kann eine andere Schutzart haben als die Steuerbox; ein Hersteller im Feld gibt beide getrennt an. Und eine hohe IP-Klasse ersetzt keinen Sonnenschutz: Dauerhafte Hitze und UV-Strahlung setzen Gehäuse und Kabel ebenso zu wie Nässe.

Was der Elektrobetrieb wissen muss

Der Festanschluss einer Wallbox ist Arbeit eines eingetragenen Elektrobetriebs: Er meldet die Anlage an, wählt Leitung und Absicherung, schließt an und dokumentiert die Prüfung. Eine Anleitung dazu finden Sie auf dieser Site nicht, und das ist Absicht.

Was Sie tun können, ist das Gespräch vorbereiten. Halten Sie bereit:

  • das Datenblatt der Ladestation, insbesondere die Angaben zu Fehlerstromschutz, Anschlussleistung und Schutzart;
  • ein Foto des Zählerschranks mit offener Klappe;
  • die ungefähre Leitungslänge vom Verteiler bis zum geplanten Montageort;
  • die Information, was sonst noch am Anschluss hängt — Wärmepumpe, Durchlauferhitzer, zweites Elektroauto;
  • die Phasenzahl, die Ihr Fahrzeug annimmt.

Fünf Fragen an den Elektrobetrieb

  1. Welche Ladeleistung trägt mein Anschluss — und was wäre nötig, um auf die nächste Stufe zu kommen?
  2. Bringt dieses Gerät den Fehlerstromschutz laut Datenblatt mit, oder braucht es zusätzlichen Schutz im Verteiler?
  3. Ist für diese Leistung eine Genehmigung des Netzbetreibers nötig, oder genügt die Anmeldung?
  4. Übernehmen Sie die Meldung beim Netzbetreiber?
  5. Brauche ich Lastmanagement, damit der Hausanschluss reicht?

Was hinter den Fragen drei und vier steht, erklärt der Ratgeber Wallbox anmelden.

Das Gerät mit der besten Teilnote in diesem Kriterium

Sicherheit ist eines unserer 4 Bewertungskriterien und geht mit 30 Prozent in die Gesamtnote ein. Das folgende Gerät führt diese Teilnote im Feld an.

Produktfoto: ABSINA · Mobiles Ladegerät (CEE) · Carport oder Stellplatz
MOBILES LADEGERÄT (CEE)

ABSINA Mobile Wallbox 11kW mit App Steuerung & Einstellbarer Ladeleistung, CEE Starkstrom, 3-phasig

TEILNOTE SICHERHEIT 1,3

Mobiles 11-kW-Ladegerät mit CEE-Stecker, App-Steuerung und RFID-Zugangssperre — ohne festes Ladekabel und ohne Installation.

Fazit

Sicher wird eine Ladestation nicht durch ein Etikett, sondern durch drei belegte Angaben im Datenblatt: Fehlerstromschutz Typ A mit DC-Erkennung 6 mA, eine Schutzart, die zum Einsatzort passt, und ein Anschluss, den ein Elektrobetrieb für diese Ladeleistung ausgelegt hat. Fehlt eine dieser Angaben, ist das kein Grund zur Panik — aber ein Grund nachzufragen, bevor Sie bestellen.

Welche Geräte was ausweisen, steht in den Einschätzungen im Wallbox-Vergleich. Kurze Antworten zu Anschluss und Schutz sammelt die Seite Häufige Fragen.